Blogwichteln im Texttreff – Gastbeitrag zur PR-Vielfalt

Jedes Jahr veranstaltet das Netzwerk für wortstarke Frauen Texttreff (mit rund 1000 Mitgliedern) kurz vor Weihnachten ein Blogwichteln. Das heißt, aus einem Pool von Bloggerinnen werden zwei einander zugelost, die jeweils für das Blog der anderen einen Gastbeitrag schreiben.

Für mich ist es das erste Mal und meine zugeloste „Wichteline“ ist Heike Baller aus Köln. Was ich für sie gebloggt habe, lest ihr im Blog auf ihrer Webseite Profi-Wissen.

Heike bewichtelte mich wiederum mit diesem Beitrag:

PR machen – wie geht das überhaupt?

Nun kenne ich in unserem Netzwerk so viele PR-Frauen, habe aber kaum einen Schimmer von ihrer Arbeit. Die Aktion „Blogwichteln“ im Texttreff hat mich mit Simone Blaschke zusammengewürfelt. Da kam sofort die Frage auf „Was macht sie da eigentlich?“ und ich habe ein bisschen recherchiert (was ja mein Hauptjob ist ;-))

Zuerst habe ich festgestellt: PR ist unglaublich vielfältig. Das habe ich schon gemerkt, als ich im Karlsruher virtuellen Katalog KVK – dem Metakatalog für wissenschaftliche Literatur in Deutschland schlechthin – den Begriff „Public Relations“ als Schlagwortsuche eingab. Von den Ergebnissen war ich schier erschlagen. Was mich fasziniert hat, ist die Vielfalt. Wer PR macht, muss wirklich Ahnung von der zu betreuenden Materie haben. Und da PR in so vielen Branchen eine Rolle spielt, kann natürlich niemand alle Fähigkeiten auf einmal in sich vereinen. Spezialisierung bzw. knallharte Einarbeitung ist gefragt, sowohl  thematisch als auch im Hinblick auf die zu bespielenden Formen, sprich Kanäle.

Spezialisierung und Schwerpunkte sind sinnvoll

Ein Schwerpunkt meiner Gastgeberin Simone hier im Blog ist das Thema Reisen und Tourismus. Sie verfasst z. B. Katalogtexte oder suchmaschinenoptimierte Texte für die Homepage ihrer Kunden und natürlich ist sie auch Ideengeber, was denn nun machbar und sinnvoll ist. Klar wusste ich vorher von Pressetexten und der redaktionellen Betreuung von Newslettern. Was sich dahinter aber alles verbirgt, hab ich mir bisher nicht so klar gemacht: Alles muss für einen Kunden/eine Firma zugeschnitten und konzipiert werden.

Simone arbeitet häufig mit firmeninternen Ansprechpartnern (z. B. Grafikern oder IT-Programmieren) zusammen oder sie bietet dank ihrer Netzwerkkontakte (auch im Texttreff) alles aus einer Hand an. Das verlangt ein hohes Maß an Teamfähigkeit und sie muss über alle Projekte den Überblick behalten.

Vom Texten bis zum Online Management ist Vielfalt gefragt

Wer solche PR-Projekte entwickelt, sollte also nicht nur das eigene Handwerkszeug wie Texten beherrschen, sondern auch einiges über die Möglichkeiten der zu bespielenden Kanäle wissen. Früher reichte ein Anschreiben per Fax mit beigefügter Pressemitteilung, nachtelefonieren, fertig. Im digitalen Zeitalter heißt es „Online first“. PR-Profis müssen in allen relevanten, zu bespielenden Medien Bescheid wissen. Dazu gehören nicht nur die Websites, Newsletter und Social-Media-Aktionen, über die ihre Kunden Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, sondern auch Bildbearbeitung und die jeweiligen Content-Management-Systeme, also  technische und IT-Kenntnisse.

Wenn dann wie bei Simone noch Know-How im Eventmanagement dazukommt, steht Organisationstalent in Verbindung mit guten Nerven sicher ganz oben auf der Liste der notwendiger „Skills“.

Mein Fazit: PR erfordert viele Talente

PR hat also nur wenig mit meiner Vorstellung von Werbung zu tun, sondern geht darüber hinaus: PR bedeutet Imagebildung, Transportieren von Geschichten. Es sollte ein Gesamtkonzept dahinterstehen, eine erkennbare Marke oder Haltung, die sich auch in der Art der Kommunikation mit Kundinnen und Lesern ausdrückt.

Schon spannend, mit diesem Wissen auf Internetseiten, Plakate oder Kataloge zu schauen und als Laie zu überlegen: „Welches Konzept steckt dahinter? Wofür steht eine Marke? Welche Gefühle löst das bei mir als „Kunde“ aus?“

Ich hatte ja schon vor meinen Überlegungen Respekt vor der PR-Arbeit. Jetzt ist er noch gewachsen. Chapeau, liebe Simone, für Deine so vielseitigen Talente und Fähigkeiten!

Vielen Dank, liebe Heike, für diesen tollen Beitrag!

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Heike Baller ©Christian Baller

Meine Blogwichtel-Autorin Heike Baller ist seit 1995 freiberufliche Rechercheurin. Sie vermittelt ihr Wissen an Unis und in eigenen Seminaren. Wo Zeit und Wissen fehlen, können Kunden sie für professionelles Recherchieren engagieren. Schaut gerne auf ihre Website Profi-Wissen.

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