Was ist ein Barcamp und wie funktioniert es?

Was ist ein Barcamp?

Barcamp – schon mal davon gehört? Der Begriff macht schon länger die Runde und ist in der Social Media Szene „der ganz heiße Scheiß“. Ganz ehrlich? Seit ich vor zwei Wochen zum ersten Mal an einem Barcamp teilgenommen habe, weiß ich auch warum. Die sogenannte „Unkonferenz“, wie das Tagungsformat mit offenen Workshops (open space) auch bezeichnet wird, ist für mich die beste Antwort auf teure Konferenzen und Seminare, die man sich als Freelancer ohnehin meistens nicht leisten kann.

Wie funktioniert ein Barcamp?

Das Format ist so simpel wie effektiv. Menschen mit ähnlichen Interessen oder Themenfeldern treffen sich und tauschen ihr Wissen aus. Vorher festgelegt werden Ort, Zeit und Datum. Nicht festgelegt werden die Themen. Oder besser gesagt, die werden erst vor Ort vorgestellt und per Abstimmung entschieden, ob sie stattfinden.

Ablauf eines Barcamps

Am Beispiel des Reisebloggercamps 2017, an dem ich vor zwei Wochen in Bremen teilgenommen habe, erläutere ich kurz den Ablauf eines Barcamps:

  1. Eine Person oder Gruppe organisiert mit Unterstützung von Sponsoren die Räumlichkeiten, Catering, Unterkünfte usw. und lädt über soziale Medien zum Barcamp ein. Alternativ informiert man sich ganz einfach selbst im Netz über aktuelle Angebote, zum Beispiel anhand der Barcamp-Liste, wo und was zurzeit angeboten wird. Ich bin über Twitter auf das #RBCamp17 gestoßen.
  2. Klassische Barcamps haben offene Themen und meistens kann sich jeder anmelden, der Interesse hat (frei nach dem Prinzip: First come, first serve). Wenn das Barcamp einen Themenschwerpunkt hat (z. B. Reisen, Technik, Bildung oder Umwelt), kann es sein, dass man bei der Anmeldung passende Angaben machen muss. In meinem Fall habe ich natürlich angegeben, dass ich Reisebloggerin bin (Kultreiseblog).
  3. Die Kosten für ein Barcamp belaufen sich in der Regel zwischen 10 und 50 Euro, einige sind etwas teurer, aber preislich immer noch jenseits von teuren Tagungen, die oft mehrere hundert Euro kosten.
  4. Vor Ort geht es üblicherweise mit einer kurzen Vorstellungsrunde los: Name, Blog, 3 kurze Hashtags. Zum Beispiel: Simone, Kultreiseblog, #neugierig #ganz gespannt #Textakrobat
  5. Danach hat jeder die Gelegenheit, eine Session vorzuschlagen. Dafür stellt man sich ganz einfach vor die Gruppe, nennt sein Thema und fragt: „Jemand Interesse?“ Je nachdem, ob und wie viele Handzeichen dann erfolgen, findet die Session statt und ein passender Raum mit einem Zeitslot wird an einem Board (Pinnwand) eingetragen.

In diesem Video ist das Prinzip eines Barcamps gut zusammengefasst (dauert nur 1:35 Min.).

Und wer hat´s erfunden?

Das Barcamp geht angeblich auf den irischen Softwareentwickler Tim O’Reilly zurück, dessen Freunde sich Ende der 1990er Jahre zum Austausch mit Übernachtung (Campen) trafen. Wiki gibt Auskunft.

Mein erstes Barcamp

Übrigens ist es üblich, dass man bei seinem ersten Barcamp auch selbst eine Session anbietet. Das muss keine aufwändig vorbereitete Präsentation, sondern kann auch eine einfache Fragestellung sein. Zum Beispiel: Wie oft sollte ein Newsletter versendet werden und worauf sollte man inhaltlich achten? Der Fragenstellende ist somit der Anbieter dieser Session, an der sowohl Personen teilnehmen, die das gleiche Anliegen haben, als auch diejenigen, die dazu Hilfestellung geben können. So ergibt sich ein Workshop.

Ich habe auf meinem ersten Barcamp tolle Erfahrungen als Anbieter einer Session zum Thema „Motivation und Leidenschaft des Bloggens“ gemacht.

Barcamp-Session_Blaschke PR

Mein erstes wird mit Sicherheit nicht mein letztes Barcamp gewesen sein. Schon Ende Mai steht mein nächstes Workshop-Wochenende im Barcamp-Format im Terminkalender.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit dem Thema Barcamp gesammelt? Was hat Ihnen besonders gut gefallen? Ich freue mich über Kommentare.

 

COMMENTS

Anke

Mit wenig Worten sehr gut erklärt. Jetzt bin ich auch im Bilde und mach mich auf die Suche nach für mich interessanten Barcamps. Danke!

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