Wien, Wien, nur du allein – eine Weihnachtsreise

Städtetrip nach Wien zur Weihnachtszeit

Weihnachten in Wien, das bedeutet glitzernde Lichter vor barocker Kulisse, warme Kaffeehäuser mit Melange und Sachertorte, Tafelspitz und Wiener Schnitzel in einem urigen Beisl (einfaches Lokal) und natürlich Hofburg und Staatsoper.  So unsere Vorstellung, und die wurde mehr als erfüllt. Am 23.12. flogen wir für fünf Tage nach Wien. Wir übernachteten in einer netten Wohnung, die wir bei airbnb gefunden hatten. Direkt nach unserer Ankunft machten wir uns auf den Weg in die Wiener Innenstadt, nur 4 Tram-Stationen von unserer Bleibe entfernt.

Hemd kaufen hinter der großen Kirche

Unser Ziel war die Wiener Einkaufsmeile, die Kärtnerstraße, denn wir mussten noch auf die Schnelle ein passendes Herrenhemd für meine bessere Hälfte finden. Ich Dösbaddel und „Kofferpackverantwortliche“ hatte doch glatt sein bestes Hemd vergessen. Also rasch ein neues kaufen, um für die standesgemäße Kleidung in der Wiener Staatsoper zu sorgen (dazu später mehr). Im ersten Laden fanden wir nichts Passendes, doch die Verkäuferin riet uns in südostasiatisch eingefärbtem Wienerisch, wir sollen einfach an der großen Kirche vorbei gehen, direkt dahinter käme Peek & Cloppenburg. Die sogenannte „große Kirche“ entpuppte sich als Stephansdom, Touristenmagnet Nummer Eins in der Wiener Innenstadt. Stephansdom (S. Blaschke)

Wien ist die Stadt der kurzen Wege

Nach erfolgreichem Hemdenkauf wurde uns schnell klar, Wien ist die Stadt der kurzen Wege. Sämtliche Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten, von denen man jemals gehört hat, befinden sich in einem Radius von schätzungsweise 2 bis 4 Kilometer. Zu Fuß also gar kein Problem, mit der Straßenbahnlinie 1 entlang der Ringstraße noch einfacher. Hofburg, Staatsoper, Börse, Rathaus, Burgtheater, Museumsquartier – alles in Reichweite. Hofburg (S. Blaschke)Für den Rest, wie z. B. Schloss Schönbrunn, das Hunderwasserhaus oder den Weg zum Wiener Naschmarkt, genügt eine kurze Fahrt mit der U- oder S-Bahn. Auch wenn wir längst nicht alle Tipps, die unser Reiseführer Marco Polo vorschlägt, in die Tat umsetzen konnten, zur Orientierung ist er super. Und ich schwöre einfach auf das Print-Produkt im Pocketformat. So kann ich jederzeit nachschlagen, lesen und mich anhand der Karten zurechtfinden. Sorry, aber dauernd auf die Online-Navigation des Smartphones zu schauen, während man durch die Gegend läuft, ist echt nicht mein Ding. Mein Geographen-Herz braucht eben echtes Kartenmaterial!Schloss Schönbrunn (S. Blaschke)

Wiener Kaffeehaus Kultur

Abgesehen von den touristischen Hauptattraktionen (siehe oben) lohnt es sich, einfach mal von den Hauptwegen in eine kleine Seitenstraße abzubiegen. Verlaufen sozusagen als Inspiration. Eine Straßenecke weiter, ein kleiner Umweg, und plötzlich steht man vor einem urigen Kaffeehaus, weniger bekannt, aber umso empfehlenswerter. So ging es uns beispielsweise mit dem Café Bräunerhof, absolut empfehlenswert, vor allem, wenn zwischen 15 und 18 Uhr live gespielte Kaffeehausmusik ertönt. Bräunerhof (S. Blaschke)Doch Wien gibt es nicht nur im alterwürdigen Kaffeehausstil wie im Café Central (unbedingt besuchen und nicht von der Warteschlange vor der Tür abschrecken lassen), die österreichische Hauptstadt zeigt sich auch von ihrer stylischen Seite.

Die moderne Seite von Wien

Im 18. Stockwerk des 5-Sterne-Luxushotels Sofitel zum Beispiel. Dahin hat es uns nach der Ballett-Vorstellung in der Wiener Staatsoper anlässlich meines Geburtstages am 1. Weihnachtsfeiertag (ja, ich bin ein Christkind) verschlagen. Das Loft im Sofitel , Bar und Restaurant mit kosmopolitischer Küche, beeindruckt durch seine innovative Einrichtung mit beleuchteter Designerdecke Loft im Sofitel (S. Blaschke)und den atemberaubenden Rundumblick über die Dächer von Wien, während man an der erhöhten Bar in der Mitte des Restaurants seinen Cocktail schlürft und Lounge-Musik hört. Echt cool und auch für den schmalen Geldbeutel geeignet (Glas Wein ab ca. 4 Euro)!

Heiligabendmenü mit Blick auf den Wiener Prater

Kreativ und abwechslungsreich ist auch die gehobene Gastronomie in Wien. Der TV-Beitrag „Wien – á la carte“ liefert einen gelungenen Einblick in die Gastro-Szene der Hauptstadt. Einiges davon werden wir erst bei unserem nächsten Wien-Besuch ausprobieren, dafür reichte die Zeit dieses Mal nicht. Wohl aber für einen absolut gelungenen Heiligen Abend. Den verbrachten wir im Stadtgasthaus Eisvogel mit Blick auf den Wiener Prater. Prater (S. Blaschke)Im Vorfeld recherchiert und online reserviert, konnten wir abweichend vom angebotenen Heiligabend-Menü vorab sogar à la carte auswählen und per E-Mail unsere Wünsche durchgeben. Von dem Zeitpunkt an, als wir das Restaurant betraten, war einfach alles perfekt: der unaufdringliche, aber aufmerksame Service, die Einrichtung, das Ambiente und natürlich das Essen und der exzellente Wein (ein Grüner Veltliner aus einem kleinen Weingut in der Wachau). Selbst die zeitliche Abfolge, in der die Speisen serviert wurden, konnte nicht besser sein. Für uns ein absolut gelunger (Heiliger) Abend! Stadtgasthaus Eisvogel (S. Blaschke)

Mein persönliches Fazit:

Wien ist aus meiner Sicht der beste Ort für Singles und Paare, und sogar Familien (mit älteren Kindern), Weihnachten erlebnisreich und festlich zugleich zu verbringen. Frei von den üblichen Verpflichtungen, dennoch weihnachtlich gestimmt und gerade als Alleinreisende(r) ohne das Gefühl, einsam in einer Großstadt herumzuwandern. Wien bietet Abwechslung, auf den Straßen und in den Einkaufszonen ist auch an den Feiertagen bis spät in den Abend immer etwas los, und selbst am Heiligabend sind die Restaurants und Lokalitäten angenehm gefüllt. Der Wiener geht halt gerne aus, wie´s scheint!

Copyright Fotos: Simone Blaschke

COMMENTS

Wanda

Hey schön, man fühlt sich mittendrin! Du schreibst auch echt klasse. :-)

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